Verdientes Wahldesaster

Montag, 21.09.2026

Mirko

Die Union darf in Mecklenburg-Vorpommern nur noch von außen zuschauen, während andere Politik machen. Das ist absolut verdient. Oder sind die Wähler einfach nur zu dumm, Herrn Merz‘ Reformen zu verstehen?

Ich möchte hier nicht in den Chor der Wahlanalysten einstimmen, sondern die Wahlergebnisse in Berlin und MV auf eine Aussage reduzieren, warum die Bürger die Union nicht mehr dabei haben wollen.

Sie haben die Schnauze voll, weil der Herr Merz es ganz wichtig findet, dass Deutschland unbedingt Reformen braucht, die zu Lasten der normalen Bevölkerung gehen, während immer noch mehr Milliarden in einen Krieg in der Ukraine gehen, der nicht unser Krieg ist.

Das könnt ihr richtig oder falsch finden, aber ich denke, dass es sich lohnen könnte, wenigstens mal darüber nachzudenken.

In der Politik hängen die Nachrichten immer zusammen. Es gab daher keinen besseren Zeitpunkt, als eine Woche vor der Wahl, dass die Frau von der – äh – Leyen verlautbaren ließ, dass sie mit Herrn Selensky telefoniert habe und eine Tranche von weiteren 3,3 Milliarden Euro an die Ukraine überwiesen wird.

Der Herr Merz könnte jetzt mal überlegen, von welcher Partei die Frau Kommissionspräsidentin ist und sich dann überlegen, ob die Bevölkerung einfach nur zu dumm ist, den Merz‘schen „Reformkurs“ zu verstehen, oder ob die Bevölkerung sehr wohl verstanden hat, wie sich die Nachrichten des Tages zu einem kohärenten Gedankenkonstrukt zusammensetzen lassen.

Der Wermutstropfen, der nach dieser Abreibung bleibt, ist die Tatsache, dass es niemanden in unserer Parteienlandschaft gibt, der für eine sachorientierte Politik angetreten ist. Eine grundlegende Besserung ist nicht zu erwarten. Aber das ist nicht die Schuld der Bevölkerung.

Und die Aussagen von Herrn Merz und anderen Politikern, die gerade eine Schlappe verkraften müssen, lassen nicht erwarten, dass sie die Lehren daraus ziehen und zu der Sachorientierung und Rationalität zuwenden.