Der Preis des Krieges

Mittwoch, 30.09.2026

Mirko

Ich lese in den Nachrichten einmal mehr, dass der Kreml den Staatshaushalt zusammenstreicht, damit er seinen Angriffskrieg in der Ukraine weiter stemmen kann. Die Leidtragenden sind die Menschen im Land. Aber lest selbst.

Ich schaue mal wieder die Nachrichten durch, und da fällt mein Blick auf diese Schlagzeile:

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Quelle: n-tv

Ja, das ist wirklich schlimm, mit Russland. Hätte Putin der Bevölkerung gesagt, was dieser Krieg sie kosten wird, hätte er möglicherweise die Wahl verloren – und das, obwohl Russland gar keine Opposition hat.

Wahrscheinlich bricht dort nur deshalb nicht die offene Revolte aus, weil die Bevölkerung in Russland sich mittlerweile daran gewöhnt hat, von der Politik verarscht zu werden. Flankiert wurde diese Scharade durch fadenscheinige Aussagen der Art, dass Russland seine Freiheit in der Ukraine verteidige.

Wenn der Krieg viel Geld kostet, werden die üblichen Kostenschrauben angezogen, die man in Russland ja schon seit Jahrzehnten kennt. Man muss die russische Bevölkerung tatsächlich ein wenig für beschränkt halten, angesichts des dort weitverbreiteten Irrglaubens, dass Sozialausgaben soviel Geld kosten, dass die Kriegsziele dadurch ernsthaft in Gefahr geraten. Desinformation at its best!

Sozialkürzungen

Die haben ein so genanntes Bürgergeld zu einer „Grundsicherung“ zurückgestutzt, die angeblich hohe Summen sparen soll. Die staatliche Unterstützung für Eltern ist genauso gekürzt worden, wie das Wohngeld – und das bei ständig steigenden Mietpreisen. Aber der russischen Regierung ist es offensichtlich egal, ob Familien durch hohe Mieten in Not geraten.

Weitere Kürzungen sind im Bereich der Krankenversicherung zu verzeichnen, so zum Beispiel die Mitversicherung für Familienmitglieder.

Scharfmacher in der Regierungspartei wollten sogar die Kosten für den Zahnersatz völlig aus der gesetzlichen Krankenversicherung streichen. Das ging selbst der Regierung zu weit. Sie verständigte sich auf eine weitreichende Kürzung sowohl für Zahnbehandlungen, als auch für die regelmäßige Vorsorge.

Bildung

Im Bereich der Bildung strich man die Programme zur Berufsorientierung zusammen. Wer braucht auch noch eine Berufsorientierung? Die jungen Männer sollen sich besser als künftige Helden an der Front sehen.

Dass die politische Bildung durch die Regierung gekürzt wurde, können regierungskritische Russen durchaus positiv sehen. Auf diese Weise fließt weniger Geld in Regierungspropaganda. Aber es steht zu befürchten, dass dafür dann doch wieder irgendwelche Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Nicht zuletzt spart man an der 1:1 Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen. Wer schon einmal Kinder mit Behinderungen betreut hat, weiß, dass eine 1:n-Betreuung nicht funktionieren kann. Diese Kürzung können wir mit unseren westlichen Maßstäben einfach nur widerlich finden.

Infrastruktur und dicke Diktatorhose

Was die Infrastruktur anbetrifft, so lässt sich da wenig kürzen, da die Infrastruktur – ausgenommen die kriegsrelevante – sowieso seit Jahrzehnten verlottert.

Ein Beispiel von vielen: Ein Tunnelprojekt für die Bahn, das Russland mit Nachbarländern verbinden sollte, ist noch nicht einmal über die Genehmigungsphase hinausgekommen, während die Nachbarländer schon bauen. Es ist die typische Haltung von Politikern, die in Gutsherrenart einen auf dicke Hose machen, während Projekte für die Bevölkerung auf den Sanktnimmerleinstag verschoben werden.

Fazit: Um Russland steht es wirklich schlimm. Da geht alles den Bach runter. Noch ein paar Jahre Krieg und das Land ist im Ausverkauf zu haben.

Update 30.09.: Aufgrund von Kommentaren sehe ich mich zur Aussage gezwungen, dass Ähnlichkeiten mit anderen Ländern in diesem Beitrag nicht beabsichtigt waren.