Wege zu Bewusstsein und Offenheit

Sonntag, 09.06.2024

Mirko Matytschak

Ich bin einmal mehr auf dem Heiligenfeld-Kongress, der sich dieses Jahr dem Thema „Offenheit – Chance zwischen den Zeiten“ verschrieben hat. In seinem Vortrag „Offenheit vergegenwärtigen“ geht Joachim Galuska auf Offenheit im Kontext von Bewusstsein ein und zeigt drei Wege auf, die zum Bewusstsein führen.

Ich möchte an dieser Stelle die drei Wege zum Bewusstsein rekapitulieren und ein wenig mit meinen eigenen Gedanken dazu verflechten. Die drei Wege sind

  • Desidentifikation
  • Dekonstruktion
  • Aperspektivität

Die Begriffe werden im weiteren Verlauf des Beitrags verständlicher werden – versprochen!

Ich sehe die drei Wege nicht als getrennt zu betrachtende Möglichkeiten, sondern vielmehr als drei Perspektiven auf ein und dasselbe Unterfangen, ähnlich wie wir Photonen mal als Welle und mal als Teilchen betrachten können, um verschiedene Aspekte der Photonen auf die jeweils geeignete Weise zu beschreiben. Wir können leicht mehrere dieser Wege beschreiten.

Desidentifikation

Dies ist ein Weg, der in vielen spirituellen Schulen beschrieben wird. Desidentifikation setzt die Identifikation voraus, die eine normale, unverzichtbare Entwicklungsstufe der Persönlichkeitsbildung ist.

Ab einem gewissen Alter beginnen Menschen, sich als Ich zu begreifen, das sich vom Hintergrund der umgebenden Welt absetzt. In dieser Phase entwickelt sich das Selbstverständnis ebenso wie ein Weltverständnis, also die Gesamtheit der Konzepte, die wir uns über uns selbst und über die Welt entwickeln.

Wir identifizieren uns mit unserem Konzept unserer selbst und streben permanent nach Bestätigung dieses Konzepts. Auf der anderen Seite entwickelt sich das Konzept natürlich auch weiter, je weiter wir im Leben voranschreiten und je mehr wir an Erfahrungen erleben und auch aufgrund von Wissen, das uns durch Bücher oder andere Medien übermittelt wird.

Im Rahmen der Weiterentwicklung des Bewusstseins, die im Übrigen abhängig vom gesellschaftlichen Kontext ist, in dem ein Individuum lebt, kann sich das Selbstverständnis vom Konzept des „Ich“ zum Konzept der „Seele“ entwickeln. In diesem Schritt sind wir in der Lage, unsere Konzepte von uns selbst als solche zu begreifen und einen Raum um diese Konzepte herum wahrzunehmen, innerhalb dessen sich die Konzepte gebildet haben. Diesen Raum nennt Herr Galuska „Bewusstseinsraum“.

Aus den Rollen, die wir im Rahmen unserer Ich-Identifikation unbewusst einnehmen, wird die Beobachtung einer Sammlung an Rollen (auch: Teilidentitäten), die wir einnehmen könnten. Das hat etwas von einer freiwilligen Wahl, wenn wir uns denn der Möglichkeiten bewusst werden, die uns im Moment eines Ereignisses als Haltung zur Verfügung stehen.

Galuska spricht vom „Verlust der Souveränität“, der dann eintritt, wenn wir uns in Teilidentitäten verlieren.

Parts und der Beobachter

Dies erinnert mich an ein Seminar, an dem ich in den 90er Jahren einmal teilgenommen habe. In diesem Seminar ging es ausschließlich darum, zu erkennen, mit welchen Bildern bzw. Rollen wir uns identifizieren. Im Rahmen des Seminars wurden diese Rollen „Parts“ genannt, kurz für „Parts of the mind“. Einen Teil des Seminars verbrachten wir damit, die Parts zu identifizieren, die im Namen des „Ich“ aktiv werden, also der „Mr. Fixit“, die Therapeutin, der Controller, etc.

Die Erkenntnis, die es zu gewinnen gab, war ganz einfach die, dass wir keine dieser Rollen sind.

Das war der leichtere Teil. Aber wie steht es mit Rollen wie „Der/die Klimaschützer:in“, der „bewusste Mülltrenner“ oder der „spirituelle Mensch“ oder die „intuitive Weise“? Hier kommen wir zu Parts, die mit Themen zu tun habe, die uns wirklich wichtig sind, die uns am Herzen liegen.

Was bleibt von uns übrig, wenn wir anerkennen, dass wir nicht sind, womit wir uns am meisten identifizieren? Ich möchte die Kernerkenntnis aus dem Seminar vor diesem Hintergrund präzisieren:

Alles, was Du beobachten kannst, bist nicht Du selbst.

Ich kann Euch versichern, dass in den fünf Tagen, die dieses Seminar gedauert hat, jeder der etwa 50 Anwesenden mindestens einmal eine existentielle Krise durchlebte, die sich etwa in der Frage äußert: „Was bleibt dann von mir übrig?“.

Wir können es uns einfach machen und sagen: „Ich bin der Beobachter, der in der Lage ist, alle Regungen meiner Parts zu beobachten. Dann kann ich frei entscheiden, welcher der Parts zum Einsatz kommen soll.“ Das hört sich nach einem bewussten Leben an.

Aber was ist, wenn wir uns in diesem schönen, bewussten Leben in der Rolle (im Part) des „Beobachters“ und des „Entscheiders“ wiederfinden? 😈Daran kann man dann sehen, dass das mit der Desidentifikation nicht so leicht ist, wie es auf den ersten Blick aussieht, und dass wohl eine kleine bis mittelschwere Krise unerlässlich ist, wenn wir diesen Weg beschreiten wollen. Aber es ist möglich.

Zurück zum Vortrag

Aus der Ich-Identität wird die erwachte Seele. Aus der Ich-Repräsentanz, aus unseren Konzepten oder Parts wird der Bewusstseinsraum. Und das Selbstverständnis und Weltverständnis, das auf diesen Konzepten fußt, wandelt sich zur Offenheit für die Welt und das Unbekannte.

Desidentifizierung

Galuska beschreibt noch eine weitere Stufe der Entwicklung, die hier nur kurz angerissen werden soll. Aus der Seele wird der Geist, aus dem Bewusstseinsraum das unmittelbare Erleben oder auch das „vergegenwärtigte Geschehen“. Das ist letztlich die Konsequenz aus dem zweiten Entwicklungsschritt, der mit der Desidentifikation beginnt, bis hin zur völligen Offenheit, was der Moment bringt und dem Innehalten im Erleben dessen, was sich zeigt.

Dekonstruktion

Der zweite Weg begreift die Konzepte, die wir in der Identifikationsphase bilden, als „Konstrukte“, also etwas zusammengesetztes. Der Begriff legt nahe, dass die Konstrukte eine gewisse Komplexität aufweisen und daher übernehmen Kinder – wahrscheinlich als sinnvolle Fähigkeit der Evolution – die Konstrukte ihrer Eltern. Etwas später kommen Konstrukte von Respektspersonen dazu, wie zum Beispiel Lehrer.

Es gibt in der Psychologie zwei Begriffe dafür, die ich hier kurz fallen lassen möchte, nämlich internalisieren und introjizieren. Also: Die Konstrukte existieren im Außen und werden als innere Konstrukte übernommen. Das wäre der Begriff internalisieren. Das Introjizieren bezieht sich auf Projektionen der Eltern, Erzieher etc. auf deren Erfahrungen, die dann als interne Projektionen im Kind weiter funktionieren. Ihr seht, die Begriffe sind sich ziemlich ähnlich.

Die Frage, die sich aus all dem ergibt, ist nun: Wieviel freier Wille steckt im Menschen? Besteht unser Wissen und Wollen nicht zu einem hohen Prozentsatz aus Konstrukten, die von außen an uns herangetragen werden?

Und das betrifft nicht nur Kinder. Denken wir an den Begriff der Ideologie, wo Konstrukte, die bestimmten Kreisen der Gesellschaft dienlich sind, bewusst in die Köpfe der Menschen in der Gesellschaft gepflanzt werden, sodass zum Beispiel die Verschlechterung unseres Gesundheitswesens als Fortschritt empfunden wird. Ein weiteres Beispiel, das ich gerne anführe, sind die „Argumente“ der Leave-Kampagne, die zum Brexit geführt haben, obwohl sie totaler Unsinn sind.

Wie tief die Konstrukte der Gesellschaft über Respektspersonen in die Personen einsickern, konnte ich unter anderem in einer Diskussionsrunde erleben, in der ich die Frage stellte, ob denn die Kombination aus repräsentativer Demokratie und Kapitalismus tatsächlich das beste aller Gesellschaftssysteme ergibt. Ein Großteil der Teilnehmer wiederholte Gemeinplätze, die sie aus ihrer Schulzeit erinnern konnten. Ein erwachsenes, reifes Hinterfragen dieser Gemeinplätze hatte offensichtlich nicht stattgefunden.

Aber es gibt Hoffnung. Die besteht darin, dass wir Menschen grundsätzlich in der Lage sind, zu den Konstrukten, die wir in der Kindheit übernommen haben, eine kritische Distanz einzunehmen. Wir können erkennen, wie die Konstrukte aufgebaut sind und in welchem Kontext sie stehen. Wir müssen es nur tun.

Galuska führt ein Beispielkonstrukt aus der Literatur auf, das „Leben im Tunnel“. Solange wir ausschließlich den Tunnel betrachten, funktioniert das Konstrukt. Aber das Konstrukt wird durch die Erfahrungen des Lebens immer wieder in Mitleidenschaft gezogen, der Tunnel bekommt Risse und wir sind permanent damit beschäftigt, diese Risse zu kitten.

Dekonstruktion

Die Ausweitung der Perspektive würde dann dazu führen, dass wir erkennen, dass der Tunnel nicht gesamte Realität widerspiegelt. Indem wir begreifen, dass es einen Raum gibt, in dem sich der Tunnel befindet, dekonstruieren wir die Idee vom Leben im Tunnel. In der nächsten Phase, dem Offensein, Innehalten, Spüren konzentrieren wir uns auf den Raum. Die nachfolgende Phase der Neukonstruktion ermöglicht es dann, das „Leben im Raum“ zu erfahren.

Mit der Dekonstruktion und Neukonstruktion der Konstrukte, mit denen wir die Welt begreifen, geht eine Ausweitung der Lebensrealität von der Enge des Tunnels in die Weite des Raums einher.

Aperspektivität

Dieser Weg zum Bewusstsein geht von einer gewissen Ideologie aus, mit der wir den Herausforderungen des Lebens begegnen. Herr Galuska gibt hier ein Beispiel aus dem Bereich der Psychotherapie.

Psychotherapeuten folgen einem bestimmten Modell der psychischen Störungen. Nun haben Untersuchungen ergeben, dass sich dieses Störungsverständnis des Therapeuten sogar in den Träumen der Klienten wiederfindet. Die Klienten übernehmen das Störungsverständnis der Therapeuten im Glauben, dass die übernommenen Modelle irgendwie hilfreich sind. Dem Therapeuten bleibt dabei einzig die Hoffnung, dass die eigenen Modelle tatsächlich hilfreicher sind, als die Modelle, denen ein Klient bislang gefolgt ist.

Die Klienten übernehmen in ihrer Hoffnung auf Besserung die Modelle des Therapeuten als eine Art Weltanschauung oder Glaubenssystem und verteidigen dies gegen eventuelle Kritik.

Das Beispiel beschreibt sehr gut den Punkt, an dem die Entwicklung von der Ideologie, von einem bestimmten Modell in zwei Richtungen gehen kann: In die Richtung des Fundamentalismus in der Verfestigung des Modells als Glaubenssystem, oder in die Richtung der Erkenntnis, dass das Modell nur eine mögliche Perspektive ist, die man im Augenblick eingenommen hat.

Von dieser Erkenntnis des „eigenen Blickwinkels“ ist es nicht weit zur Erkenntnis, dass man verschiedene Perspektiven einnehmen könnte. Diese Phase nennt sich Mehrperspektivität. Die Perspektiven lassen sich nach Belieben durchwechseln.

Aperspektivität

In dem Maß, in dem die Perspektiven an Bedeutung verlieren, nimmt die Offenheit in der Interpretation der Lebenserscheinungen zu, bis zu dem Punkt, an dem jede Perspektive fallen gelassen werden kann. Das ist die Aperspektivität, die dann die vollständige Offenheit gegenüber dem Leben und den unbekannten Wendungen ermöglicht, für die wir uns öffnen können.

Was fangen wir mit alledem an?

Am Ende des Vortrags kam Galuska darauf zu sprechen, dass sich in der Gesellschaft tiefe Gräben auftun und Glaubenssysteme oder Weltanschauungen, die miteinander kollidieren, zu Unversöhnlichkeit und Feindschaft führen. Als Beispiel dafür führte er unter anderem die Verhaltensweisen in den 2-3 Jahren auf, in denen die Diskussion über das Coronavirus in der Gesellschaft hochkochte.

Was wäre möglich gewesen, wenn jeder einen Schritt hätte zurücktreten können, um einmal die Perspektive des Gesprächspartners einzunehmen?

Aber das ist leichter gesagt, als getan. Als das Thema Corona Anfang März 2020 akut wurde, las ich einen Artikel von einem gewissen Tomas Pueyo, der aufgrund eines simplen mathematischen Modells aufzeigte, dass wir eventuell auf ein größeres epidemisches Problem zulaufen. Das mathematische Modell, das seinen Überlegungen zugrunde lag, überzeugte mich, sodass ich eine Weile ein Befürworter der Idee war, für ein paar Wochen einen kompletten Lockdown zu verhängen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Ich möchte an dieser Stelle nur soweit thematisch auf diese Diskussion eingehen, um darzulegen, dass ich für eine ganze Weile nicht verstehen konnte, wie es Menschen geben konnte, die sich nicht auf die Vorsorge zur Eindämmung des Virus einlassen wollten. Wo doch das Modell so einfach und einleuchtend war!!1! Der Hinweis auf die Einschränkung der Bürgerrechte durch das Seuchenschutzgesetz konnte mich damals nicht überzeugen, zumal die Verfechter der Erhaltung der Bürgerrechte sich zum Großteil in der Wahl ihrer Argumente nicht gerade mit Ruhm bekleckerten.

Nach einer Weile musste ich jedoch eingestehen, dass diejenigen, die vor dem Verlust an Bürgerrechten gewarnt hatten, durchaus Recht mit ihren Befürchtungen hatten. Wir erlebten eine seit dem zweiten Weltkrieg beispiellose Demontage an Bürgerrechten, Schauprozesse, Denunziationen und Entlassungen wegen der öffentlichen Äußerung der „falschen“ Meinung. Es entstand ein Klima der Angst vor Meinungsäußerungen. Ich musste denjenigen, die von Anbeginn davor warnten, Recht geben und habe das hier dokumentiert.

Unversöhnt

Nun habe ich vor kurzem ein Gespräch mit einem Freund geführt, der nach all den Jahren immer noch den Begriff „Coronaleugner“ benutzte. Ich gab ihm zu verstehen, dass ich den Begriff für unangemessen halte, weil er verschiedene Gruppen an Menschen mit verschiedenen Argumenten und Standpunkten in einen Topf wirft und pauschal verurteilt2.

Er seinerseits verteidigte den Begriff und fand, dass er das volle Recht habe, diesen Begriff zu benutzen. Ich versuchte es mit dem Argument, dass diejenigen, die vor dem Verlust der Bürgerrechte gewarnt hatten, doch in vielen Punkten Recht behalten hatten (ich gehe hier nicht näher auf die Argumente ein, weil ich dies an anderer Stelle bereits ausführlich getan habe).

Er teilte durchaus meine Kritik an der Rolle der Politik in der Zeit, aber was die Freiheiten anbetrifft, die den Menschen angeblich genommen worden seien, sehe er es so, dass es doch nur um das Recht gegangen sei, wieder gemeinsam zum Saufen nach Mallorca zu fliegen, statt durch einen Verzicht zur Vorsorge aller beizutragen.

Es bestürzt mich, wie ein Freigeist aus meinem Bekanntenkreis diesen wirklich komplexen Themenkreis auf eine solch kurze populistische Formel verkürzen kann. Es bestürzt mich, dass ein Blogger, dessen Beiträge ich sonst gerne lese, immer noch von „Covidioten“ spricht.

Intellekt und Metaperspektive

Wo bleibt der Intellekt, der uns eine differenzierte Sicht auf die Geschehnisse ermöglicht? Wo bleibt der Intellekt, mit dem wir alle geboren worden sind und der es uns ermöglicht, eine Metaposition einzunehmen? Es muss doch möglich sein, über den emotionalen Hintergrund zu reflektieren, auf dem diese Unversöhnlichkeit wächst, oder können wir es uns leisten, diese Reflektion nur von den anderen zu fordern?3

Jemand hat mal geäußert, dass in der Corona-Krise verschiedene Ängste miteinander kollidiert sind: Die Angst vor dem Tod durch das Virus kollidierte mit der Angst vor der Unfreiheit – und wahrscheinlich waren noch ein paar mehr Ängste beteiligt. Es ist wichtig für jede der Fraktionen, der emotionalen Grundlage ihrer Positionen auf die Spur zu kommen.

Damit begeben wir uns in eine Metaperspektive und können aus diesem Blickwinkel unsere und die Position der anderen Seite verstehen: „Ich hatte Angst, und möglicherweise ist es Dir ähnlich gegangen.“

Verstehen bedeutet nicht, die Position des Anderen gutzuheißen. Es heißt einfach nur, in Frieden auszuhalten, dass es andere Standpunkte und andere Bezugssysteme gibt.

Gehe zurück auf Los

Wohin führt uns dieser Beitrag? Ich hätte folgenden Vorschlag, den ich auch sogleich selbst ausführen werde, statt mich weiter an der fehlenden Intelligenz oder Empathie der anderen zu reiben.

Lieber Leser, liebe Leserin, suche Dir mal ein Thema, bei dem Du findest, dass die Position der anderen so dermaßen daneben ist, dass Du sie in voller Rechtschaffenheit, die sich aus der Güte Deiner Position unmittelbar ableitet, als Cov- oder sonstige Idioten bezeichnen möchtest.

Und dann überlege Dir, wie wichtig Dein Standpunkt für Dich als Person ist und warum:

  • Bist Du die „Mitte“, die links vom Rechts steht?
  • Ist Dein Leben auf den Säulen der Erkenntnisse gebaut, die Dir so wichtig sind?
  • Ist Deine Position die Wahrheit, zu der es keinen alternativen Blickwinkel gibt?

Dann kehre an den Anfang des Artikels zurück. Jetzt, wo Du den gesamten Beitrag gelesen hast, findest Du möglicherweise heraus, welcher der drei Wege zum Bewusstsein für Dich der richtige ist.

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1 Anmerkung gestrichen.

2 Mein Problem mit diesem Begriff beginnt schon bei der Frage, was da eigentlich geleugnet worden sein soll. Die kritischen Personen aus meinem Umfeld bestritten nicht die Existenz und eine gewisse Gefährlichkeit des Virus. Die Kritik richtete sich auf verschiedene Sachverhalte: Die Lockdowns, die Masken (vor allem in den Schulen), die Anmaßung, Entscheidungen zur massiven Einschränkung von Bürgerrechten nicht im Parlament, sondern in einer Ministerpräsidentenrunde zu treffen, die von der Verfassung her gar nicht dafür vorgesehen ist, den grottigen Umgang der Politik mit dem Thema inklusive der Maskendeals, 2G, die 15-km-Regel und vieles mehr.

Die Kritik richtete sich dagegen, dass ganze Branchen in die Pleite getrieben wurden, dass vor allem die freien Künstler betroffen waren und wenn diese sich erfrechten, die vom Freistaat Bayern großspurig angekündigten Hilfen in Anspruch zu nehmen, sie sich eine Anzeige wegen versuchten Betrugs einhandelten. Ihr könnt Euch gerne jetzt eine Kombination dieser Kritikpunkte heraussuchen, die für Euch einen „Coronaleugner“ ausmachen. Schickt mir Eure Vorschläge.

Ach ja, nicht, dass ich es leugnen wollte: Ich habe in den großen Medien gelesen, dass es tatsächlich Leute gegeben haben soll, die die Existenz des Virus leugneten, mal mit dem Argument, es sei gar nicht vorhanden, sondern nur per Test nachweisbar, mal mit dem Argument, es sei schon immer da- und sei noch nie gefährlich gewesen. Das ist tatsächlich nicht ernst zu nehmen. Aber das gibt niemandem das Recht, Personen, die einen oder mehrere der oben genannten Kritikpunkte geäußert haben, als „Coronaleugner“, „Covidioten“ oder ähnliches zu bezeichnen. Das ist ein Zeugnis geistiger Unreife.

3 Und da beginne ich selbst mit der Frage: Warum ist es mir so wichtig, in Sachen Covid oder der Waffenlieferungen in die Ukraine Recht zu behalten?

 

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